Miriam Cahn – «Schauen»

 

1. Februar – 9. März 2012

 
 

 
 

Wie in sämtlichen Papierarbeiten aus dieser Schaffensphase sind in den bei Hilfiker Kunstprojekte ausgestellten Werken Miriam Cahns das Entstehungsprocedere als Spur(en) sicht- und fühlbar – ja, es drängt sich einem geradezu auf. Auf dem mitunter recht unhandlich grossen und dünnen Papier zeichnen sich, da von der Künstlerin auf dem Boden bearbeitet, allenthalben Finger-, Hand- und Fussabdrücke ab. Die Präsentationsweise –die filigranen Papierbögen sind ungerahmt und unverglast an die Wand geheftet, oder dann ausgelegt als umzublätterndes Heft– lässt an eine informelle Ateliersituation denken, wo alles noch in Arbeit ist, und nicht so sehr an eine klassische Ausstellungspräsentation zeichnerischer Werke; in der Tat sind Miriam Cahns Zeichnungen in der erwähnten Zeit primär orts- und raumbezogen entstanden. Vor allem aber vermittelt sich das Prozesshafte, also auch das Transitorische und Provisorische, über das Material der geschwärzten Kreide, beziehungsweise des von solchen Kreideblöcken abgeschabten Staubs. Dieses pulverartig auf dem Blatt aufliegende und oft nicht im eigentlichen Sinn gezeichnete Schwarz, das sich bei der geringsten –und zumal im Falle der Hefte von der Künstlerin gewollten– Berührung auf den Betrachter überträgt, ist also gewissermassen Signum und Medium einer rigorosen künstlerischen Haltung.

 

HKP_Ausstellungstext Miriam Cahn.pdf

 
 


 
 

Erhältliche Werke: