Josef Maria Odermatt – Eisenplastiken

 

5. September – 19. Oktober 2012

 
 

 
 

Die Präsentation von Josef Maria Odermatts Eisenplastiken ist eine Hommage an den im November des letzten Jahres verstorbenen Zentralschweizer Künstler. Odermatt hat –wie wir mit unserer Werkauswahl unterstreichen möchten– vor allem in seinem späten Schaffen ab Ende der 1990er Jahre unter den zahlreichen im Bereich der Eisenplastik tätigen Schweizer Künstler eine singuläre Position eingenommen. Als Werke, die von der Jahrtausendwende datieren, mögen die ausgestellten Arbeiten auch dafür einstehen, dass die Eisenplastik, historisch gesehen unmittelbar mit dem vergangenen Jahrhundert verbunden, keinesfalls per se als eine künstlerische Ausdrucksform «von gestern» angesehen werden muss. Josef Maria Odermatts im letzten Lebensjahrzehnt entstandene Eisenplastiken scheinen  als sich in einem vollendeten, harmonischen Gleichgewicht der Kräfte befindlichen strengen, «minimalistisch» zu nennenden Formen da zu stehen, zu ruhen. Wie von unsichtbarer Hand –es sind keine Schweissnähte zu erkennen– zusammengefügt wirken sie, ineinandergesteckt und -geklemmt aus oft wenigen vertikal und horizontal ausgerichteten Elementen. Das Phänomen des Rahmens und der Nische (dort als Platz, freigehaltenes Volumen für eingeklemmte Elemente) zeigt sich verstärkt in jenen Werken, die stelenartig in die Höhe ragen. Die Blockform wird hier nurmehr minimal aufgebrochen: Eine Nische oder mehrere gleich grosse Schlitze, im Falle der drei Stelen auch wieder «gefüllt» mit dicken Rundeisen, sind die einzigen Öffnungen. Als Ein- oder Durchblick gewährende Zwischenräume verbinden sie die im Grunde so autonom und kompakt wirkende, in sich ruhende Plastik ausdrücklicher mit dem Umraum, fast gar so, als wäre das Arrangement installativ zu verstehen. Man wird also eines skulpturalen Objekts gewahr, dessen Entstehung –obschon Josef Maria Odermatt, notabene ein begnadeter Zeichner, vorwiegend ohne vorbereitende Zeichnungen zu Werke gegangen ist– sich auch einem Interesse für Architektonisches zu verdanken scheint.

 

HKP_Ausstellungstext Josef Maria Odermatt.pdf

 
 


 
 

Pressestimmen:

 

NLZ_13-09-12.pdf